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Blick in die Zukunft: Die wichtigsten Baumarten in deutschen Wäldern

Mit dem Klima verändert sich auch der deutsche Wald. Wir machen eine Bestandsaufnahme: Was sind die größten Herausforderungen der deutschen Wälder und was müssen die Baumarten der Zukunft mit sich bringen?

Die Top 11 der deutschen Waldbäume

In deutschen Wäldern finden sich über 50 Baumarten, jedoch sind die einzelnen Arten unterschiedlich stark vertreten. Etwa 90 Prozent der deutschen Waldflächen werden von elf Baumarten eingenommen, die restlichen 40 Baumarten nehmen nur zehn Prozent ein. Um noch genauer zu sein: Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen machen 73 Prozent des deutschen Waldes aus.

Die elf häufigsten Baumarten in deutschen Wäldern:

  • Gemeine Fichte
  • Gemeine Kiefer
  • Rotbuche
  • Traubeneiche
  • Stieleiche
  • Gemeine Birke
  • Gemeine Esche
  • Schwarzerle
  • Europäische Lärche
  • Douglasie
  • Bergahorn

 

Was ist mit Blick auf klimabeständige Wälder wichtig?

Die deutschen Wälder werden in nur wenigen Jahrzehnten nicht mehr so aussehen wie heute. Die Gründe liegen vor allem im Klimawandel.

  • Neue Schädlinge greifen einheimische Bäume an: Das berühmteste Beispiel ist der Borkenkäfer, der großflächig die Bestände an Nadelhölzern zerstört. Da Fichten und Kiefern zu den häufigsten Baumarten Deutschlands gehören, sind die Folgen enorm.
     
  • Trockenheit macht Bäume krank: Zurückgehendes Grundwasser, fehlender Regen und hohe Temperaturen schwächen einheimische Bäume, was sie noch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge macht.
     
  • Unwetter und Brände: Ob Stürme, Starkregen oder Brände – sie zerstören das ökologische Gleichgewicht und verstärken so die weiteren Folgen des Klimawandels.

Es ist also eine wichtige Aufgabe, den deutschen Wald klimaresilient zu gestalten. Das geschieht unter anderem mit der Auswahl von Baumarten, die mit den veränderten Standortbedingungen besser zurechtkommen. In groß angelegten Forschungsprojekten werden verschiedene Baumarten erprobt, um Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern gute Empfehlungen für zukünftige Pflanzungen geben zu können.

Eines dieser Projekte läuft bereits seit 2012, zu den Partner-Organisationen gehören die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, die Universität Bodenkultur Wien, die TU München, die Universität Bayreuth und die Eidgenössische Forschungsanstalt in Birmensdorf. In den DACH-Regionen werden seither verschiedene Baumarten auf ihre Klima-Tauglichkeit getestet, allein in Bayern wurden bis 2019 über 110.000 verschiedene Bäume gepflanzt.

    Die folgenden Baumarten haben sich beispielsweise als klimaresistent und wirtschaftlich geeignet herausgestellt:

    • Große Küstentanne (Abies grandis)
    • Roteiche (Quercus rubra)
    • Japanische Lärche (Larix kaempferi)
    • Robinie (Robinia pseudoacacia)
    • Hybridlärche: Kreuzung zwischen Europäischer Lärche (Larix decidua) und Japanischer Lärche (Larix kaempferi)
    • Schwarznuss (Juglans nigra)
    • Schwarzkiefer (Pinus nigra)
    • Hybridnuss (Juglans intermedia)
    • Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

     

    Diversity first: Warum sind Mischwälder besonders wichtig?

    Diese Zukunftsbaumarten können ihr ganzes Potenzial jedoch erst ausschöpfen, wenn sie nicht in Monokulturen, sondern in Mischwäldern angepflanzt werden. Mischwälder sind die Basis für ein gesundes Ökosystem „Wald“. Denn ein Ökosystem besteht aus vielen einzelnen Elementen, die sich voneinander unterscheiden und gegenseitig stützen. Die unterschiedlichen Baumarten haben verschiedene Bedürfnisse an Licht, Wasserhaushalt und Bodentyp – so können viele unterschiedliche Bäume auf engstem Raum leben, ohne sich die Lebensgrundlagen streitig zu machen und sind dabei selbst Lebensraum für individuelle Flora und Fauna. Verändern sich die äußeren Bedingungen zu Ungunsten einer Baumart, fangen andere, resilientere Arten, diesen Ausfall auf. 

     

    Der Borkenkäferbefall in Monokulturen zeigt, wie anfällig einseitige Ökosysteme sind und wie wenig sie den Schädlingen und veränderten klimatischen Bedingungen entgegenzusetzen haben. Mischwälder fördern hingegen die genetische Vielfalt innerhalb der einzelnen Arten. So können sie sich schneller an Veränderungen anpassen und Aufgaben wie den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, die Regulierung des Wasserhaushalts und die Speicherung von Kohlenstoff übernehmen.

     

    Was leistet der Wald der Zukunft noch?

    Der erste Schritt zum klimaresilienten deutschen Wald ist das Anlegen von Mischwäldern. Jedoch müssen wir auch lernen, nachhaltiger mit den Beständen umzugehen. Um das Ökosystem „Wald“ zu erhalten, braucht es auch Raum – und Ruhe – für die weiteren Lebewesen, die in diesem Habitat leben. Die Förderung natürlicher Regenerationsprozesse ermöglicht es, dass sich das System selbst reguliert und so großmögliche Resilienz erreicht. Wird das ermöglicht, sind Wälder neben Mooren die wichtigsten Kohlenstoffsenken. Außerdem verhindern sie Erosion, speichern Wasser und regulieren die Grundwasserstände.

    Mit dem Wald gegen den Klimawandel: Lesen Sie in unserem Beitrag Klimawandel: So machen wir den Wald fit für die Zukunft, welchen enormen Impact der klimaresiliente Wald hat.