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Faszination Feuer: Spüren Sie die archaische Urkraft?

Kennen Sie diesen endlosen Moment, wenn Sie vor Ihrem Kaminofen sitzen und gedankenverloren in das lodernde Feuer starren? Das hitzige Element fasziniert uns seit jeher – aber warum eigentlich?

… und es werde Feuer

Wann genau der Mensch das Feuer für sich entdeckte, ist ungewiss. Natürliche Phänomene wie Blitz und Donner haben sie sicher neugierig betrachtet. Und es gab ihnen die Gelegenheit, sowohl die gefährlichen Seiten des Elements wie auch die guten Seiten kennenzulernen. Vermutlich schon vor rund 1,5 Millionen Jahren gelang es Ahnen des Homo sapiens, die Überreste eines natürlichen Brandes zu erhalten und als Lagerfeuer zu nutzen. Ein Feuer selbst zu entzünden gelang unseren Vorfahren jedoch erst viel später.

In der Vogelherdhöhle in Baden-Württemberg fanden Forscher die ältesten (ca. 32.000 Jahre alten) europäischen Nachweise eines „Feuerzeugs“. Also eines Behelfsmittels, um selbstständig und unabhängig von der Witterung Feuer zu machen. Dabei handelt es sich um Schwefelkies (ein schwefelhaltiges Mineral) mit eindeutigen Gebrauchsspuren. Wird es mit etwas Geschick gegen einen Feuerstein geschlagen, sprüht es Funken – und diese bringen trockenes Material wie etwa den Pilz „Zunderschwamm“ zum Glimmen. Von da aus ist es dann ein Leichtes, trockenes Gras zum Brennen zu bringen. So haben sich Menschen das Feuer untertänig gemacht: Sie mussten nicht mehr auf einschlagende Blitze hoffen oder bestehende Feuer mühsam aufrechterhalten.

 

Survival-Tipp -  So machen Sie Feuer mit Markasit und Feuerstein:

Mehr als Physik: Die Bedeutung von Feuer für den Menschen

Was es für Menschen wirklich bedeutete, das Feuer domestiziert zu haben, lässt sich an den Fortschritten erkennen, die sie von nun an machten. Erst mit konstanten Brandherden konnten Nahrungsmittel wie Wurzeln gekocht werden, rohes Fleisch wurde durch Feuer bekömmlicher.

Auch das Brennen von Keramik war erst durch Feuer und Brenngruben möglich, die mit rund 800 Grad Celsius eine enorme Wärmeentwicklung aufwiesen. Später kamen Öfen hinzu, in denen Brot gebacken werden konnte. Viele Erfindungen, die in den nächsten Tausenden von Jahren entstanden, gehen auf das Element Feuer zurück. Ganz besonders wichtig für die industrielle Revolution: Dampfmaschinen. Sie machten Dampflokmaschinen und industrielle Dampfmaschinen erst möglich.

Feuer als evolutionäres Erbe

Heute ist das Feuer ein fester – und dabei oft unsichtbarer – Bestandteil unseres Lebens. Wir zünden gern einmal Kerzen für eine behagliche Stimmung an. Im Frühling vertreiben wir mit Osterfeuern die bösen Geister des Winters und im Winter versammeln wir uns um ein wärmendes Lagerfeuer. Wir und auch unsere Haustiere lieben die Gemütlichkeit vor dem heimeligen Kaminfeuer. Eine punktuelle Wärmequelle wie die Sonne oder das Feuer spendet uns angenehme Wärme, die wir jederzeit und intuitiv einem komplett erwärmten Raum (z. B. durch Fußbodenheizung) vorziehen. Dabei sind die züngelnden Flammen aber mehr als ihr praktischer Nutzen. Warum ist die Faszination Feuer noch immer ungebrochen? Welche archaische Bedeutung hat das Element für uns?

 

Schutz vor dem Ungewissen

Wo Feuer ist, da können wir sehen, was um uns herum geschieht ­– und damit schenkt es uns ein sicheres Gefühl. Wilde Tiere trauen sich viel seltener an Feuerstellen, weshalb die nächtliche Lichtquelle für unsere Vorfahren eine wichtige Schutzfunktion hatte. Wer schon einmal nachts unter freiem Himmel und ohne Taschenlampe unterwegs war, kann das gut nachempfinden.

 

Am Feuer sind wir uns ganz nahe

Um die entstehenden Feuerstätten versammelten sich die Menschen, um sich zu wärmen und etwas zu essen. Damit wurde dieser Ort auch zu einer sozialen Begegnungsstätte. Hier tauschten sich Menschen aus, erzählten sich Neues und fanden zueinander. Diese Verbundenheit spüren wir noch heute, wenn wir gemeinsam vor dem wärmenden Kaminofen oder einem Lagerfeuer sitzen. Es braucht dann nicht viele Worte, um eine tiefe Zusammengehörigkeit zu spüren.

 

Let it be magic: Die kulturelle Bedeutung von Feuer

Feuer ist eine archaische Urkraft. Es steht für Wärme, Behaglichkeit und Gemeinschaft bis hin zu Liebe. Unsere Sprichwörter „Du sollst nicht mit dem Feuer spielen“, „Feuer und Flamme für etwas oder jemand sein“ oder „wie Feuer und Wasser sein“ weisen darauf hin, welche tiefe Bedeutung das Element in unserer zeitgeschichtlichen Entwicklung hat.

Liebe kann entflammen, das große Feuer der Leidenschaft kann aber auch erlöschen. Und es zeigt auch, wie gegensätzlich Feuer ist: Es verspricht Sicherheit, kann aber auch gefährlich sein. In seiner Nähe ist es warm, es kann aber auch brenzlig werden. Dafür ist Feuer auch das Gegenteil von Dunkelheit – und weckt damit die Sehnsucht nach Geborgenheit in uns. Genau diese Widersprüche machen das Feuer umso interessanter für Menschen.

Wenn Sie also wieder einmal vor Ihrem Kaminofen sitzen und das Flammenspiel eine magische Wirkung auf Sie hat, dann seien Sie sich gewiss: Es liegt in Ihrer menschlichen Natur.

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